Den meisten Fans von One Piece dürfte bereits vor dem Start von Staffel 1 der Netflix-Serie klar gewesen sein, dass nicht jede Geschichte aus der Vorlage Platz in der Neuauflage haben wird. Schon in den ersten acht Folgen wurden die Ereignisse gestrafft und auf die wichtigsten Highlights reduziert.
Auch für die zweite Staffel wurde viel gekürzt, wenngleich es doch auch eine ganze Menge neue Inhalte in die Serie geschafft haben, die in der Vorlage noch gar keine Rolle spielten. Dennoch stecken in einer Live-Action-Folge oftmals mehrere Anime-Folgen, was zur Folge hat, dass auf »unwichtigere« Handlungsstränge verzichtet wird.
Für mich ist das aber gar nicht schlimm. Zum einen zieht dadurch das Tempo angenehm an, zum anderen haben die Serienmacher trotzdem spürbar ein Auge für Details bewiesen. So wird beliebten Nebencharakteren trotzdem ein Auftritt vergönnt, auch wenn er nur wenige Sekunden dauert.
Was ein Typ mit Kleiderbügelfrisur, ein freches Mädchen und Mutantenhasen gemeinsam haben
Wenn euer Feed dieser Tage auch mit One-Piece-Content gefüllt ist, habt ihr ihn vielleicht sogar schon selbst gesehen: Hanger - oder wie er auf Deutsch heißen würde - Kleiderbügel.
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Sowohl im Manga, als auch im Anime wird ihm eine recht kleine Rolle zuteil. Er arbeitet in Loguetown in einer Edelboutique und bedient Nami bei ihrer Shoppingtour. Die schlagfertige Navigatorin verlangt dem armen Kerl alles an Verkaufsgeschick ab, nur um am Ende doch nichts zu kaufen.
In der Live-Action-Serie fehlt diese Szene komplett und trotzdem hat sich das Team die Mühe gemacht, Hanger bei der Ankunft der Strohhutbande in Loguetown zu zeigen. Und die Fans lieben Details wie diese, mich eingeschlossen.
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Hanger ist dabei nicht die einzige Figur, die den alteingesessenen Fans zuzwinkert. So trifft beispielsweise auch Lysop auf eine alte Anime-Bekanntschaft. Als er sich in einem Laden nach einer neuen Brille umschaut, wird sie ihm in der Vorlage von der kleinen Carol Masterson weggeschnappt.
Kurz darauf lässt er sich auf ein gefährliches Duell auf Leben und Tod mit ihrem Vater ein, um die Brille zu gewinnen. Nur leider ist er der berühmte Kopfgeldjäger Daddy, der zudem sehr geschickt im Umgang mit Schusswaffen ist. Auch von diesem Duell ist in der Netflix-Serie nichts mehr zu sehen. Stattdessen nimmt Lysop der kleinen Carol die Brille direkt im Laden ab.
Sowohl in der Live-Action-Serie als auch im Anime muss Lysop an Carol vorbei, um seine ikonische Brille zu bekommen. Bildquelle: Netflix / Toei Animation
Während unsere Strohhutbande bei ihrer Ankunft in Loguetown noch kurz verschnaufen konnte, ist es auf Drum Island von Anfang an hektisch. Mit einer kranken Nami im Gepäck ist unsere Crew auf der Suche nach ärztlicher Versorgung. Stattdessen findet sie ein Königreich am Rande des Abgrunds – und das auch noch mitten im Schnee.
Um so schnell wie möglich zu Dr. Kureha zu gelangen, klettern Ruffy und Sanji mit Nami auf dem Rücken einen Berg hoch. Was in der Netflix-Serie schon so gut wie unmöglich scheint, ist in der Vorlage noch mit einem Kampf gegen aggressive Riesenkaninchen garniert.
Lebende Riesenkaninchen gibt es in der Live-Action-Serie zwar nicht, das heißt aber nicht, dass sie in diesem Universum nicht existieren. Das beweist ein ausgestopfter Hasenkopf, der die Wand eines Drum-Hauses ziert:
Beispiele wie diese gibt es zuhauf. Seien es kleine Melodien, die Chopper und Hiruluk summen, Fahndungsbilder von gesuchten Piraten, die im Hintergrund hängen, oder geschnitzte Holzstatuen von Charakteren, die jetzt noch gar nicht auftreten. Die Serie ist gespickt mit Eastereggs, die neuen Zusehenden vielleicht gar nicht ins Auge springen, alten Fans aber umso wichtiger sind.
Es lässt sich bei einer solchen Adaption schlichtweg nicht vermeiden, dass Inhalte gestrichten werden müssen und das sorgt zurecht oftmals für große Zweifel an solchen Projekten.
Ich finde aber, dass die Autorinnen und Autoren, das Set- und das Kostüm-Design hier einen exzellenten Job gemacht haben. Statt einfach nur den Rotstift anzusetzen, wurden sich Gedanken gemacht, wie man respektvoll mit dem Material umgeht und die Geschichte trotzdem auf eine völlig neue Art erzählt. Am Ende haben wir nichts von einer 1-zu-1-Kopie, es ist aber schön zu sehen, dass die Wurzeln nicht vergessen wurden.
Sind euch noch weitere liebevolle Details aufgefallen? Welcher stille Held hat es euch angetan? Schreibt es gerne in die Kommentare!
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