Manche sammeln Briefmarken oder Magic-Karten, Milliardäre Villen und Luxusjets. Jeff Bezos, Gründer von Amazon, hat sich im April nicht nur seine dritte Villa auf Indian Creek bei Miami gekauft, sondern passend dazu jetzt auch sein viertes Privatflugzeug, so Business Insider.
Die Gulfstream G700 ist eines der fortschrittlichsten Privatflugzeuge der Welt und kostet 80 Millionen US-Dollar (etwa 71 Millionen Euro). Ein paar Daten zum Flieger:
- Rollys-Royce-700-Triebwerke
- Platz für 19 Personen
- Fünf Räume und zwei Toiletten
- Reichweite: 14.353 km (etwa von Miami nach Tokio)
Jeff Bezos gehört zu den ersten Besitzern des G700. Die ersten beiden Jets wurden nach Qatar ausgeliefert; auch Elon Musk soll sich laut Business Insider ein Exemplar gesichert haben.
Als Eigentümer wird das Unternehmen TVPX Aircraft Solutions angegeben. Das Unternehmen schützt die Privatsphäre von US-Käufern von Privatflugzeugen. Dennoch lässt sich die Kennung des Fliegers (N11AF) Bezos zuweisen, so JetSpy, eine Webseite, die Privatflugzeuge trackt.
Gemäß Business Insider flog Bezos vergangenes Wochenende auf Ibiza – um dort auf seiner Superyacht im Wert von 500 Millionen US-Dollar zu entspannen, wie örtliche Medien bestätigen.
Viele Flüge, viel Umweltverschmutzung
Bezos besitzt den Luxusjet seit 39 Tagen und hat bereits 28 Flüge unternommen, so JetSpy. Damit belastete der Milliardär die Umwelt mit 264 Tonnen Kohlendioxid (CO₂), was laut Umweltbundesamt dem 17-fachen deutschen Durchschnitt entspricht.
Zum Vergleich: Das Umweltbundesamt schreibt, dass wir in Deutschland unseren Ausstoß pro Kopf um 95 Prozent reduzieren müssten, um klimaverträglich zu werden. Entsprechend Our World Data verursachten wir 2022 im Schnitt jeweils 8 Tonnen an CO₂-Emissionen.
Jeff Bezos ist nicht der einzige Umweltsünder
Zuletzt wurden Stimmen auch gegenüber Taylor Swift laut, die die Umwelt mit ihrem Privatjet ebenfalls stark belastet habe. BBC schreibt, sie habe in drei Monaten 138 Tonnen an Emissionen in die Umwelt entlassen.
Elon Musk hat über das letzte Jahr verteilt fast einen Monat lang nur in Flugzeugen zugebracht, heißt es beim Guardian. Damit hat der X-Besitzer rund 2.500 Tonnen Treibhausgase produziert.
Superreiche sind ein Umweltproblem. Im November 2023 berichtete der Guardian darüber, dass das reichste Prozent der Menschheit mehr CO₂-Emissionen verursacht, als die 66 ärmsten Prozent. In der Oxfam-Studie lest ihr die Details.
Der Guardian drückt den Vergleich noch drastischer aus.
Unter Verwendung der Sterblichkeits-Kosten-Formel – die unter anderem von der US-Umweltschutzbehörde verwendet wird – würden die Emissionen des reichsten Prozents allein ausreichen, um den hitzebedingten Tod von 1,3 Millionen Menschen in den kommenden Jahrzehnten zu verursachen.
Der Kampf gegen Privatjets
Airport Technology berichtet, dass weltweit Gegenmaßnahmen in Kraft getreten sind, um die Nutzung von Privatjets zu unterbinden. Die EU hat ein Privatjet-Verbot 2023 zwar in den Wind geschlagen; einige Länder reagieren mittlerweile aber auf eigene Faust.
Frankreich und Spanien etwa haben Kurzstreckenflüge verboten, die auch mit dem Zug bewältigt werden können.
Auch abseits vom Fliegen gibt es Gegenmaßnahmen, um die Erderwärmung einzudämmen. Zum Beispiel ein gigantisches Sonnensegel mit der Größe von Argentinien im All oder Algenzuchten in der Sahara, die CO₂ binden sollen.
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