Seit 20 Jahren prügle ich mich in Tekken und Co. – ein spezieller Controller hat den größten Unterschied ausgemacht

Mit einem sogenannten All-Button-Controller konnte ich die Anzahl meiner Fehleingaben bei Fighting Games verringern. Aber es gibt auch Nachteile.

Am liebsten steige ich mit einem sogenannten »All-Button-Controller« in den (virtuellen) Ring. (Bildquelle: Hintergrund mit Adobe Firefly generiert) Am liebsten steige ich mit einem sogenannten »All-Button-Controller« in den (virtuellen) Ring. (Bildquelle: Hintergrund mit Adobe Firefly generiert)

»Fighting Games is something… so great« ist ein Zitat von Street Fighter-Legende Tokido, dem ich mich hundertprozentig anschließen kann. 

Seit etwa 30 Jahren spiele ich Fighting Games. Eines meiner ersten Videospiele in meinem Leben war »Teenage Mutant Ninja Turtles: Tournament Fighters«. Danach kam Super Smash Bros. für die Nintendo 64. Ein Spiel, das mir meine Mutter quasi »versehentlich« gekauft hat, weil ich ein Pokémon-Spiel haben wollte – auf dem Cover war eben Pikachu abgebildet. 

Vor ungefähr 20 Jahren habe ich dann Tekken für mich entdeckt. Das ist das Fighting Game, das ich bis heute am meisten spiele. In dieser Zeit habe ich alle möglichen Controller ausprobiert. Von normalen Gamepads bis hin zu koreanischen Arcade Sticks. 

Es gab jedoch einen bestimmten, der mir bis heute die besten Resultate im gegenseitigen Messen mit Freunden und Online-Gegnern geliefert hat: der All-Button-Controller. 

Was ist ein All-Button-Controller?

Hier seht ihr wie die Tasten bei einem All-Button-Controller aufgeteilt sind. Die Oben-Taste befindet sich unten, weil sie bei 2D-Kampfspielen wie eine Leertaste zum Springen verwendet wird. Hier seht ihr wie die Tasten bei einem All-Button-Controller aufgeteilt sind. Die Oben-Taste befindet sich unten, weil sie bei 2D-Kampfspielen wie eine Leertaste zum Springen verwendet wird.

Der All-Button-Controller ist eigentlich ein Arcade-Controller, aber anstelle eines 8-Wege-Joysticks kommen vier Richtungstasten für Oben, Unten, Links und Rechts zum Einsatz. Ebendarum werden sie auch »Leverless« genannt – also ohne »Hebel« (Joystick). 

Bei einem »Leverless« wird der Joystick durch vier Richtungstasten ersetzt. (Bildquelle: 8bitdo) Bei einem »Leverless« wird der Joystick durch vier Richtungstasten ersetzt. (Bildquelle: 8bitdo)

Ein weiterer Name, der sich in der Fighting Game Community etabliert hat, ist »Hitbox«. Einer der ersten großen Hersteller von All-Button-Controllern war »Hitbox Arcade« und der Name wurde einfach übernommen.

Wie mir so ein Controller mehr Siege beschert

Die Tasten sind normalerweise ergonomisch angeordnet. Die Tasten sind normalerweise ergonomisch angeordnet.

Der größte Vorteil ist eine erhöhte Präzision bei den Eingaben von Fighting-Game-Moves oder Inputs. 

Viele von euch wissen sicherlich, dass Spiele wie Tekken oder Street Fighter Eingaben und Kombos beinhalten, die nicht ganz leicht auszuführen sind. Kleine Fehler oder ungenaue Befehle sorgen dafür, dass auf dem Bildschirm etwas ganz anderes passiert, als ihr geplant habt – meistens nicht im guten Sinne. 

Selbst nach so vielen Jahren, die ich mit diesem Genre verbracht habe, kommt es immer wieder vor, dass ich eine Runde aufgrund von einer Fehleingabe verliere – sei es wegen des Controllers oder meinetwegen.

Video starten 19:55 Tekken 8 - Test-Video zum Fighting Game mit Unreal Engine 5

Ein All-Button-Controller hat die Anzahl solcher Fehler drastisch reduziert. Lasst es mich anhand eines »Dragon Punch-Inputs« (Shoryuken in Street Fighter) erklären:

Um mit Ryu oder Ken einen Dragon Punch auszuführen, während ihr euch auf der linken Bildschirmhälfte befindet, müsst ihr folgende Eingabe machen: 

Rechts → Unten → Unten Rechts → Eine der drei Schlagtasten. 

  • Auf dem Gamepad: Mit einem normalen Steuerkreuz müsstet ihr zuerst »Rechts« antippen und dann den Daumen von »Unten« nach »Unten Rechts« ziehen.  Obwohl das recht einfach ist, kann sich da schon der ein oder andere Fehler einschleichen. Ein häufiger ist etwa das Überspringen der Unten-Eingabe, weil man zu »hastig« war. 
  • Auf dem Arcade Stick: Das Ausführen eines Dragon Punchs auf einem Arcade Stick kann ganz schön herausfordernd für Neulinge sein. Ihr müsst den Stick kurz nach vorn drücken und dann in die Mitte zurückschnappen lassen. Danach muss er nach unten und dann nach unten vorn bewegt werden. Da können allerlei Fehler passieren. 

Auf einem All-Button-Controller: Aufgrund der Richtungstasten gibt es nur sehr wenig Raum für Fehler. Für einen Dragon Punch müssen nur drei Tasten in der richtigen Reihenfolge gedrückt werden. Es ist mir fast unmöglich, versehentlich eine andere Richtung einzugeben, weil ich die anderen Tasten nicht einmal berühre. 

Premium-Modelle, wie dieser Victrix FS12 Pro, sind besonders hochwertig verarbeitet und bieten viel Platz für die Handgelenke. Premium-Modelle, wie dieser Victrix FS12 Pro, sind besonders hochwertig verarbeitet und bieten viel Platz für die Handgelenke.

Und genau deswegen hat sich meine Fehlerquote bei Fighting Games dramatisch verringert. Folglich kommen Niederlagen aufgrund von falschen Eingaben deutlich seltener vor.

Der Dragon Punch ist lediglich ein simples Beispiel. Komplexe Kombos oder Eingaben, die eine besonders hohe Präzision erfordern (»Just-Frame-Moves« in Tekken oder »One-Frame-Links« in Street Fighter) gehen mir leichter von der Hand. 

Weitere Vorteile: 

  • All-Button-Controller können mithilfe von Tastaturschaltern besonders flach gebaut werden. Viele Modelle passen problemlos in kleine Taschen und Rucksäcke.
  • Es gibt All-Button-Controller mit zusätzlichen Tasten für etwa L3 oder R3. Auf diese können weitere Eingaben gelegt werden. 
  • Durch die Nutzung von Tasten ist man in der Regel etwas schneller, als wenn man einen ganzen Joystick bewegen muss. 

Aber es gibt auch Nachteile: 

  • Einige Eingaben fallen mir mit einem All-Button-Controller deutlich schwerer. Insbesondere ganze oder sogar doppelte Kreise für Zangiefs Würfe in Street Fighter. 
  • Es gibt zwar kompakte All-Button-Controller, aber kein anderes Eingabegerät ist so praktisch und portabel wie ein Gamepad. 
  • Die Lernkurve kann anfangs ziemlich steil sein. Viele Niederlagen sind in den ersten Stunden einprogrammiert. 

Bei Grappler-Charaktern (Charaktere, die sich auf Würfe spezialisieren) kommen oft Kreisbewegungen zum Einsatz. Deswegen spiele ich nur ungern King in Tekken 8 mit einem All-Button-Controller. Da wechsle ich lieber zu einem Gamepad oder zu einem Arcade Stick. 

Für manche Charaktere greife ich dann doch lieber zu einem Fightpad, wie dem Turtle Beach Stealth Pivot. Für manche Charaktere greife ich dann doch lieber zu einem Fightpad, wie dem Turtle Beach Stealth Pivot.

Meine Empfehlungen für euch

Fangt mit einer Tastatur an: Wenn ihr noch nicht sicher seid, ob so ein Controller etwas für euch ist, dann kann ich euch empfehlen, einfach mal ein Fighting Game mit der Tastatur zu spielen – vorausgesetzt ihr spielt am PC. 

Die Spielweise ist sehr ähnlich. Nur kann es mit einer Tastatur leichter zu »Tippfehlern« kommen, weil sie eben viel mehr Tasten als ein All-Button-Controller besitzt. 

Wenn ihr euch nicht sicher seid, welche Tastatur sich für euch am besten eignet, dann schaut dafür in die Kaufberatung meiner wundervollen Kollegin Nele hinein:

Günstige Controller von Haute42: Der chinesische Hersteller Haute42 bietet All-Button-Controller in verschiedenen Formfaktoren und Preisbereichen an. Einige von ihnen beginnen schon bei 50 Euro. Die Controller sind sehr flach, weil sie Tastaturschalter verwenden.

Premium-All-Button-Controller: Vor einigen Jahren waren solche Controller noch eine Seltenheit. Inzwischen gibt es auch Modelle von bekannten Herstellern wie Razer und Victrix. Diese bieten euch nicht wirklich einen kompetitiven Vorteil gegenüber günstigeren Optionen, aber meistens eine hochwertige Verarbeitung oder besonders zugängliche Modifizierbarkeit.

In diesem Artikel habe ich den Victrix Pro FS 12 verwendet. Mehr zu diesem Controller erfahrt ihr in einem Test, der noch folgt. 

Selbstbau: Der Bau eines All-Button-Controllers ist nicht so schwer, wie man denken mag. Weil ich unbedingt einmal mit so einem Controller spielen wollte und es damals nur wenige bis gar keine Optionen in Europa gab, habe ich mir kurzerhand selbst einen gebaut. Meinen Artikel dazu findet ihr hier: 

Am Ende des Tages ist der Controller doch zweitrangig

Um in Fighting Games besser zu werden, ist der verwendete Controller zweitrangig. Es gibt genügend Profis, die Turniere mit Gamepads gewinnen. Und selbst mit einem All-Button-Controller kann man Fehler machen. 

Ich habe durch diesen Controller auch nicht auf magische Art und Weise gelernt, wie man einen »Taunt Jet Upper« mit Bryan Fury ausführt (einer der schwersten Fighting-Game-Moves, die es gibt). 

Trotzdem hat ein solcher Controller mir geholfen, meine Fehleingaben signifikant zu reduzieren. Deshalb kann ich euch zumindest das Ausprobieren empfehlen, wenn ihr so wie ich an Fighting Games interessiert seid. 

Dabei darf natürlich nicht das Wichtigste vergessen werden: Das Spielen sollte euch Spaß machen. Der Austausch zwischen zwei Spielern in einem Fighting Game ist mehr als nur das gegenseitige Messen von euren motorischen Fähigkeiten. Es ist ein dynamischer Austausch, eine Konversation zwischen zwei Kontrahenten, die sich ständig versuchen zu übertrumpfen. 

Und das ist das, was so viel Spaß macht. Denn

»Fighting Games is something so great«. 

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