Ein Top-Chipsatz aus dem letzten Jahr, viel Arbeitsspeicher und ein großer Akku – Xiaomis neues Mittelklasse-Smartphone Poco F7 Pro bietet zum Preis ab knapp 500 Euro eine verlockende Ausstattung.
Allerdings könnte das Modell für Hobbyfotografen etwas enttäuschend sein, denn im Gegensatz zum Poco F7 Ultra verzichtet der Hersteller hier auf den Zoom. Kann die restliche Ausstattung darüber hinwegtrösten?
Transparenzhinweis: Xiaomi hat mir das Poco F7 Pro für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Inhaltsverzeichnis
So habe ich getestet
Ich habe das Poco F7 knapp eine Woche im Alltag genutzt und dabei versucht, so viel wie möglich an diesem Gerät zu machen. Ganz ersetzen kann ich mein Hauptgerät (iPhone) nicht, da meine Kommunikation größtenteils über iMessage läuft und ich zudem verschiedene Geräte über Apple HomeKit steuere.
Spezifikationen
| Technische Daten des Poco F7 Pro | |
| Display | AMOLED, 120 Hertz, 1.800 Nits Spitzenhelligkeit (Sonnenschein), 3.200 Nits Spitzenhelligkeit (HDR), 1.440 x 3.200 Pixel, 526 ppi, 6,67 Zoll |
| Abmessungen | 160,3 x 75 x 8,1 mm Milimeter |
| Gewicht | 206 Gramm |
| OS-Version | Android 15 |
| Geplante Updates | 6 Jahre Software-Updates, 4 OS-Updates |
| Kamera | Hauptkamera: 50 Megapixel, F/1.6, 24 mm, optische Bildstabilisierung Ultraweitwinkel: 8 Megapixel, F/2.2 Frontkamera: 20 Megapixel |
| Prozessor / GPU | Qualcomm Snapdragon 8 Gen 3, Adreno 750 |
| RAM / Speicher | 256GB+12GB RAM, 512GB+12GB RAM |
| Akku | 6.000 mAh |
| Display-Entsperrmethode | Fingerabrucksensor, Gesicht, PIN, Muster |
| Anschluss | USB-C |
| IP-Zertifizierung | IP68 |
| Konnektivität | WiFi 7, Bluetooth 5.4, NFC, 5G, GPS + 5 weitere Satellitenortungssysteme, Infrarot |
| Farben | Blau, Schwarz, Silber |
| Preis (UVP) | 599,90 Euro / 649,90 Euro |
Preis und Verfügbarkeit
Das Poco F7 mit 256 Gigabyte Speicherplatz hat eine unverbindliche Preisempfehlung von 599,99 Euro, mit 512 Gigabyte liegt sie bei 649,90 Euro. Letztere Variante gibt es zudem in Form eines Gaming-Bundles mit dem Razer Kishi V2-Controller für 764,89 Euro.
Bereits zum Marktstart profitiert ihr jedoch von einem ordentlichen Rabatt und erhaltet beide Varianten 100 Euro günstiger, das Gaming-Bundle mit Controller sogar über 200 Euro reduziert. Das Angebot gilt allerdings nur bis zum 10. April, dann sind die Geräte wieder zum Normalpreis erhältlich.
Lieferumfang
Der Lieferumfang des Poco F7 Pro ist überschaubar, fällt allerdings üppiger aus als bei vielen Konkurrenzmodelle, die häufig nur noch mit Ladekabel und SIM-Eject-Tool ausgeliefert werden.
Im Paket des Handys befinden sich:
- Ein USB-A-auf-USB-C-Ladekabel mit einer Länge von einem Meter
- Ein SIM-Eject-Tool
- Eine Schutzhülle aus Silikon
- Eine Schnellstartanleitung
Bei meinem Testgerät lag zudem ein 90-Watt-Netzteil im Lieferumfang. Dieses ist bei der EU-Version standardmäßig jedoch nicht dabei.
Solltet ihr kein leistungsstarkes Netzteil besitzen, kauft am besten ein Handy-Ladegerät mit mindestens 90 Watt Leistung, um die Schnellladefunktion des F7 Pro voll ausnutzen zu können.
Ab Werk hat Xiaomi übrigens auch an eine Schutzfolie gedacht. Da es sich um eine sehr dünne Kunststofffolie handelt, solltet ihr diese irgendwann gegen eine hochwertigere Panzerglasfolie tauschen.
Diese sind unempfindlicher gegenüber Kratzern und bieten einen besseren Schutz vor Stößen und Stürzen als die dünnen Kunststofffolien.
Dennoch ist euer Display ab Werk zumindest etwas geschützt, was durchaus löblich ist.
26:26
BLINDTEST: Dieses Smartphone macht die besten Fotos!
Design und Verarbeitung
Beim Design erinnert mich das Poco F7 Pro an das iPhone. Zumindest sind Form und Rahmen dem Apple-Handy sehr ähnlich.
Generell ist das Design schlicht und schick, sticht jedoch nicht aus der breiten Handymasse hervor wie etwa das Nothing Phone (3a) Pro.
Gelungen finde ich den oberen Teil der Rückseite, auf dem die Kamerainsel liegt. Dieser ist auf Hochglanz poliert und setzt auf spiegelndes Glas, während die restliche Rückseite aus mattem Glas gefertigt ist.
Ein schöner Kontrast, der dem Gerät einen edlen Look verleiht. Allerdings ist dieser Bereich auch anfällig für Fingerabdrücke.
Was jedoch etwas täuscht: Die Kamera scheint drei Optiken zu bieten, es sind in Wahrheit allerdings nur zwei.
Die dritte Linse beherbergt nämlich einen Infrarotblaster, mit dem das Smartphone als Fernbedienung genutzt werden kann. Zudem ist hier ein Sensor für das Farbspektrum verbaut, der für eine genauere Farbwiedergabe beim Fotografieren sorgt.
Auch wenn das Handy mit 6,67 Zoll großem Display auf dem Papier nicht viel kleiner wirkt als etwa das Nothing Phone (3a) fühlt es sich in der Realität tatsächlich deutlich kompakter an.
Eine Einhandbedienung ist zwar schwierig, trotzdem liegt das Handy gut in der Hand und fühlt sich irgendwie schlanker an.
Materialseitig ist das Poco F7 Pro aus meiner Sicht gut aufgestellt: Beim Displayglas kommt Gorilla Glass 7i zum Einsatz, welches laut Corning eine gute Kratz- und Sturzresistenz bieten soll.
Der Geräterahmen besteht aus Aluminium, die Rückseite aus Glas.
Das Handy ist nach IP68 geschützt gegen Staub und Wasser, genauer gesagt gegen andauerndes Untertauchen. Ein ordentliches Upgrade gegenüber dem Vorgängermodell, welches nur eine IP54-Zertifizierung (Spritzwasserschutz) bot.
Blicken wir noch auf die Schnittstellen und Schaltflächen:
- An der rechten Geräteseite sitzen die Lautstärkewippe sowie der Ein- und Ausschalter, der zudem den Zugriff auf Google Gemini ermöglicht.
- Auf der Unterseite befinden sich der SIM-Karten-Slot mit Platz für zwei Nano-SIM-Karten, die USB-C-Schnittstelle, Mikrofon sowie ein Lautsprecher.
- Der zweite Lautsprecher für den Stereobetrieb liegt zwischen dem Bildschirm und dem oberen Geräterahmen.
Prozessor und Speicher
Im Poco F7 Pro kommt der Qualcomm Snapdragon 8 Gen 3 mit der Grafikeinheit Adreno 750 zum Einsatz – ein Top-Chipsatz mit acht Kernen, der im vergangenen Jahr in diversen High-End-Geräten verbaut wurde.
Auch wenn aktuelle Flaggschiffe inzwischen auf den Snapdragon 8 Elite setzen, der rund 45 Prozent schneller und dabei energieeffizienter arbeitet, ist das Poco mit dem Vorgänger-Chip noch sehr gut aufgestellt.
Zum Ausklappen antippen / anklicken
Ich teste die Leistungsfähigkeit von Smartphones einerseits mit Apps und Spielen im Alltag. Gleichzeitig messe ich die CPU- sowie Gesamtperformance mit den Benchmark-Apps »Geekbench 6« sowie »AnTuTu Benchmark«, um eine objektive Vergleichbarkeit zwischen Smartphones herzustellen. Geekbench prüft die Single- und Multi-Core-Performance des Gerätes, AnTuTu die Gesamtleistung. Beide Programme geben am Ende eine Punktzahl aus und bieten auf ihrer Webseite zudem ein Ranking mit vielen anderen Geräten an.
Das zeigt sich auch in den Benchmark-Tests. Natürlich fällt das Poco F7 Pro hier gegenüber aktuellen Flaggschiffen wie dem Samsung Galaxy S25 Ultra oder Honor Magic7 Pro etwas ab.
Dafür ist es jedoch deutlich flotter als die Nothing Phone (3a)-Reihe (330 bis 460 Euro) oder auch das noch günstigere HMD Fusion (199 Euro).
Im Benchmark von Geekbench 6 zeigt sich ein ähnliches Bild:
Der Leistungsvorsprung des Snapdragon 8 Elite mag auf den Grafiken deutlich erscheinen, doch merkt man das auch im Alltag? Nein.
Natürlich kommt es dabei auf die Anwendungen an. Bei Tätigkeiten wie 4K-Videoschnitt kann der Performance-Zuwachs zu einer schnelleren Verarbeitung von Daten führen.
Bei gewöhnlichen Apps und Spielen merke ich jedoch keinen Unterschied. Das Poco F7 läuft flott, ruckelt nicht und Programme sowie Games werden angenehm schnell geladen.
Was ich jedoch bemerke, ist ein Unterschied zu den leistungsschwächeren Geräten wie der Nothing (3a)-Reihe. Hier wurde etwa das leistungshungrige Mobile Game »Genshin Impact« grafisch deutlich heruntergeregelt und sah längst nicht so gut aus wie auf Top-Smartphones.
Das ist beim Poco F7 Pro nicht der Fall. Hier spielt der Snapdragon 8 Gen 3 mit Adreno 750-Grafikeinheit seine Stärken aus. Das Spiel sieht genauso schön aus wie auf dem iPhone 16.
Auch andere bekannte Spiele wie »Real Racing 3« oder Subway Surfers laufen butterweich und ohne Aussetzer.
Multitasking ist für das Poco ebenfalls kein Problem, denn mit zwölf Gigabyte Arbeitsspeicher ist es hier gut aufgestellt und bietet genügend Reserven.
Beim Gerätespeicher habt ihr die Wahl: Das Handy wird mit 256 sowie mit 512 Gigabyte angeboten.
Da sich der Speicherplatz nicht mithilfe einer microSD-Karte erweitern lässt, solltet ihr vor dem Kauf überlegen, wie viel Speicher ihr benötigt.
Gaming-Bundle mit Razer-Controller
Xiaomi hat mir für den Test ein Bundle mit dem Kishi Ultra-Controller von Razer zugeschickt. Das Bundle gibt es so nicht zu kaufen, allerdings ein Set mit dem etwas kompakteren Razer Kishi V2-Gamepad.
Wenn ihr das Poco F7 Pro direkt im Xiaomi-Store kauft, erhaltet ihr einen 28-Prozent-Rabattcode auf Razer Kishi-Produkte (Codes sind limitiert) – bei Interesse könntet ihr also auch vergünstigt den Kishi Ultra bestellen, der regulär mit knapp 150 Euro zu Buche schlägt.
Der Controller ist eine praktische Ergänzung, wenn ihr dem Smartphone zocken möchtet. Alternativ kommt er aber auch mit weiteren Geräten zurecht, etwa PCs, iPhone sowie Tablets mit bis zu acht Zoll.
6:15
Wer auf dem Handy spielt, sollte sich ein Gadget genauer ansehen – im Video zeige ich, warum
Das Gamepad lässt sich über die zugehörige Nexus-App umfangreich konfigurieren und bietet eine coole Funktion: Ihr könnt Spiele ohne Controller-Support mit virtuellen Tasten versehen, sodass sie sich über den Razer Kishi steuern lassen.
Das klappt beispielsweise bei Genshin Impact oder auch PS Remote (unter Android werden nur Original-Controller unterstützt) einwandfrei.
Mir gefällt das Set aus Controller und Handy wirklich gut, denn das Poco ist leistungsstark genug für sämtliche Handyspiele, eignet sich aber auch für Remote- oder Cloud-Gaming. Ob das Bundle euch den Aufpreis wert ist, müsst ihr aber natürlich selbst entscheiden.
Display
Das 6,67 Zoll große AMOLED-Display bietet mit 1.440 x 3.200 Pixeln (2K) und 526 ppi (pixel per inch / Pixel pro Zoll) eine hohe Auflösung, sodass alles knackig scharf aussieht.
Der Bildschirm arbeitet mit bis zu 120 Hertz und unterstützt HDR-Inhalte wie HDR10+ und Dolby Vision.
Wenn draußen die Sonne scheint, fährt das Display seine Beleuchtung auf bis zu 1.800 Nits hoch. Das ist ausreichend hell, um den Bildschirminhalt auch im Sommer gut ablesen zu können. Damit liegt das Poco fast auf dem Niveau des iPhone 16 (2.000 Nits).
Die Spitzenhelligkeit liegt sogar bei 3.200 Nits. Allerdings wird diese nur in kleinen Bereichen des Displays bei der Wiedergabe von HDR-Inhalten ausgegeben.
Am AMOLED-Display gibt es nichts zu meckern. Es ist richtig hell, hochauflösend und bietet schöne Farben sowie tolle Kontraste.
Bei den Bildschirmrändern schlägt es sogar das eben genannte iPhone 16. Diese sind beim F7 Pro nochmals etwas dünner.
Wie viele aktuelle Android-Handys bietet auch das Poco einen Fingerabdrucksensor, der unterhalb des Bildschirms liegt.
Während das Poco F6 Pro noch einen optischen Sensor besaß, kommt beim F7 Pro ein Ultraschallsensor zum Einsatz. Dieser arbeitet flott und zuverlässig, selbst mit feuchten Fingern.
Das Entsperren des Bildschirms erfolgt im Bruchteil einer Sekunde und liegt auf dem Niveau aktueller Top-Smartphones.
Akkulaufzeit
Im Vergleich zum Vorgänger, dem Poco F6 Pro, wurde der verbaute Akku deutlich vergrößert. Anstatt 5.000 bietet er nun eine Kapazität von 6.000 Milliamperestunden.
Während einige Top-Smartphones wie das Honor Magic7 Pro oder auch Nubia Z70 Ultra auf die neue Akkutechnologie mit Silizium-Kohlenstoff-Anode setzen, kommt beim Poco weiterhin ein traditioneller Lithium-Ionen-Akku zum Einsatz.
Zum Ausklappen tippen / klicken
Ich verwende die Android-Software »PCMark«, um einen Akkubenchmark durchzuführen und eine Vergleichbarkeit mit anderen Smartphones zu schaffen. Die App erledigt dabei Alltagsaufgaben wie Web-Browsing, Video-Wiedergabe, Textverarbeitung und Bildbearbeitung, bis der vollständig aufgeladene Akku unter 20 Prozent fällt. Am Ende gibt das Programm eine Zeitdauer als Gesamtergebnis aus.
Obwohl die neue Technik einige Vorteile bietet, sehe ich den Verzicht darauf nicht kritisch. In meinem Akkuvergleich aktueller Smartphones überzeugten nämlich in erster Linie Geräte mit Lithium-Ionen-Akku.
Und wie sieht es beim Poco aus? Ich habe mir aufgrund der hohen Kapazität tatsächlich etwas mehr erhofft. Dennoch ist die Akkulaufzeit wirklich gut.
Im Benchmark von PCMark erreicht das F7 Pro 18 Stunden und neun Minuten. Damit schlägt es knapp das Galaxy S25 Ultra mit seinem 5.000-Milliamperestunden-Akku, liegt jedoch hinter der Nothing (3a)-Reihe, welche ebenfalls eine Kapazität von 5.000 Milliamperestunden bieten.
Im direkten Vergleich ist der größere Akku also kein echter Vorteil, wobei die Laufzeit bei weniger Kapazität natürlich geringer ausfallen würde.
Unterm Strich solltet ihr mit dem Poco F7 Pro aber problemlos eine Betriebszeit von bis zu zwei Tagen erreichen.
Zum Ausklappen antippen / anklicken
Die Akkulaufzeit hängt in erster Linie von eurer Handynutzung ab. Wer stundenlang TikToks mit maximaler Bildschirmhelligkeit schaut, wird vermutlich jeden Abend an die Steckdose müssen. Bei einer »normalen« Alltagsnutzung sollte das Handy jedoch bis zu zwei Tage durchhalten.
Wireless-Charging unterstützt das F7 Pro übrigens nicht. Dieses Feature bleibt dem teureren F7 Ultra vorbehalten.
Immerhin gibt es eine richtig flotte Schnellladeunterstützung über USB-C. Bis zu 90 Watt werden unterstützt und damit ist ein leerer Akku in knapp 40 Minuten wieder vollständig aufgeladen.
Kamera
Wie eingangs erwähnt, ist die vermeintliche Dreifachkamera auf der Rückseite in Wahrheit eine Dualkamera.
Hier verbaut Xiaomi einerseits einen Ultraweitwinkel mit 8 Megapixeln Auflösung sowie Blende F/2.2. Andererseits kommt als Hauptkamera ein 50-Megapixel-Weitwinkel mit Blende F/1.6 zum Einsatz. Er besitzt eine Brennweite von 24 Millimetern.
Der Ultraweitwinkel lässt sich schnell zusammenfassen: Die Fotos sehen auf dem kleinen Handydisplay noch »einigermaßen« aus, auf einem größeren Bildschirm jedoch nicht.
Die Aufnahmen sind kontrastreich und farbenfroh. Allerdings werden sie sehr stark nachgeschärft, dennoch fehlt es ihnen an Details. Ausreichend ist das meiner Meinung nach nur für Schnappschüsse, die auf dem kleinen Handydisplay betrachtet werden.
Die Hauptkamera hingegen macht einen guten Job. Die Bilder sind zwar stellenweise recht stark gesättigt, insgesamt sind sie jedoch detailliert und kontraststark.
Was mir gut gefällt: Die fehlende Teleoptik kompensiert das Poco zumindest mit einem zweifachen digitalen Zoom. Die Ergebnisse sind richtig gut und qualitativ kaum vom Original zu unterscheiden.
Somit erhaltet ihr immerhin einen kleinen Zoom, um näher an Objekte heranzukommen, auch wenn er nicht mit drei- oder fünffachen Vergrößerungen vergleichbar ist.
Auch bei Dunkelheit in den Abendstunden sind die Aufnahmen des F7 Pro gut, wenngleich sie nicht ganz auf dem Niveau aktueller Top-Geräte liegen. Der Hauptkamera gelingen schöne Bilder, wenn sich noch ein paar Lichtquellen im Bild befinden.
Der Ultraweitwinkel hingegen ist weniger zu gebrauchen; die Fotos sind recht dunkel und wenig detailliert.
Nachtaufnahmen mit Ultraweitwinkel sind jedoch aktuell noch bei den allermeisten Geräten »ein Problem«, daher ist das nicht außergewöhnlich.
Die Qualität der Frontkamera mit ihrer 20-Megapixel-Auflösung geht in Ordnung. Die Aufnahmen wirken natürlich, sind für meinen Geschmack aber etwas zu stark nachgeschärft.
Das fällt vor allem auf, wenn man in das Bild hineinzoomt. Zudem kommt es in etwas dunkleren Bereichen zu einem leichten Bildrauschen.
Bei etwas weniger Licht im Innenraum werden die Aufnahmen etwas weichgezeichnet, um das Rauschen zu minimieren. Die Ergebnisse gefallen mir, auch wenn sie nicht ganz so detailliert sind wie bei gutem Licht.
Die mit dem F7 Pro aufgenommen Selfies machen einen guten Eindruck, sind teilweise jedoch etwas zu scharf und können leicht Rauschen, wenn es dunkle Bereiche im Bild gibt. (Bild: GameStar Tech)
Aus meiner Sicht eignet sich die Frontkamera des Poco F7 Pro bedenkenlos für Selfie-Schnappschüsse, Videochats und Co.
Videos kann das F7 Pro natürlich auch, maximal mit 8K-Auflösung und 24 Bildern pro Sekunde. Dank optischer Bildstabilisierung sehen die Aufnahmen bei Tageslicht wirklich gut aus.
Die Kamera-App von Xiaomi macht ebenfalls einen guten Job. Im Schnapschussmodus »Foto« ist sie nicht überladen, sondern bietet nur die wichtigsten Schaltflächen und lässt sich einfach bedienen.
Daneben gibt es dann noch diverse andere Aufnahmemodi inklusive »Pro«, bei dem ihr sämtliche Parameter wie Verschlusszeit oder ISO-Wert manuell festlegen könnt.
Fazit zur Kamera:
Die Hauptkamera macht gute Fotos, reicht aber nicht ganz an die Qualität aktueller Premium-Smartphones wie Samsung Galaxy S25 oder Honor Magic7 Pro heran.
Für Schnappschüsse, Urlaubsfotos und Co. ist sie aus meiner Sicht ausreichend, wenn ihr keine ambitionierten Handyfotografen seid.
Die Frontkamera arbeitet solide, der Ultraweitwinkel hingegen liefert keine überzeugenden Ergebnisse. Wer gerne mit dem Handy fotografiert und ein Modell mit Top-Kamera sucht, sollte eher zu einem anderen Modell mit besserem Ultraweitwinkel und Telezoom greifen.
Lautsprecher
Das Poco F7 besitzt zwei Stereolautsprecher, die richtig laut aufgedreht werden können. Damit macht das Handy kleinen Bluetooth-Speakern Konkurrenz, allerdings nicht beim Klang.
Auf niedriger und mittlerer Lautstärke klingt es ganz ordentlich, auf hoher Stufe wird es dann jedoch schnell schrill und tut in den Ohren weh.
Zum Musikhören im Garten oder auf dem Balkon eignet sich das Smartphone aus meiner Sicht daher weniger, für Podcasts oder Videos auf dem Sofa sind die Lautsprecher aber völlig ausreichend.
Konnektivität
Im Hinblick auf die Konnektivität ist das Poco F7 Pro richtig gut ausgestattet und bietet fast alles, was man von einem hochwertigen Handy erwartet.
Die Ausstattung im Überblick:
- 5G
- WiFi 7
- Bluetooth 5.4 inklusive der hochwertigen Audio-Codecs aptX Lossless und LHDC 5.0
- NFC
- Infrarotblaster
- Dual-SIM
- GPS, GLONASS, BDS, GALILEO, QZSS, NavIC
- USB-C
Was dem Smartphone allerdings fehlt, ist der Support für eine eSIM. Den Zugang zum Mobilfunknetz gibt es leider nur mit einer physischen SIM-Karte.
Betriebssystem und Updates
Ausgeliefert wird das Poco F7 Pro mit Android 15. Hierbei setzt Xiaomi auf die eigene Oberfläche HyperOS 2, die an Apples iOS erinnert.
Bei der Einrichtung könnt ihr euch entscheiden, ob ihr den App Drawer verwendet, bei dem alle Apps durch vertikales Scrollen vom unteren Bildschirmrad erreicht werden.
Alternativ bietet HyperOS die Möglichkeit, dass alle Apps auf dem Homescreen abgelegt werden – wie beim iPhone.
Ansonsten liegt HyperOS 2 nahe an Stock Android – dies ist die unveränderte, von Google bereitgestellte Version des Android-Betriebssystems ohne herstellerspezifische Anpassungen oder vorinstallierte Drittanbieter-Apps.
Allerdings habe ich bei der Bloatware Grund zur Kritik. Als Bloatware bezeichnet man vorinstallierte Apps von Drittherstellern.
Davon sind auf dem Poco F7 Pro fast 15 Stück vorinstalliert. Neben einigen Spielen findet man auch Apps wie Booking.com, LinkedIn, AliExpress. Immerhin lassen sich die Anwendungen sehr schnell deinstallieren, wenn man sie nicht nutzen möchte.
Da KI-Funktionen aktuell im Trend liegen, bietet auch das Poco Zugang zu ebendiesen. Einerseits habt ihr Zugriff auf Google Gemini, andererseits auf die herstellereigenen »Xiaomi HyperAI«-Features.
Dazu gehören unter anderem KI-Schreibwerkzeuge (Texte zusammenfassen, umformulieren und Co.) oder auch ein Tool, das animierte Wallpaper aus Fotos generiert. Letzteres funktioniert wirklich gut und ist ein klasse Feature.
Im Hinblick auf den Update-Support stellt sich das Smartphone in seiner Preisklasse ordentlich auf. Versprochen werden vier große Android-Updates sowie sechs Jahre Sicherheits-Patches.
Zwar versorgen Hersteller wie Samsung ihre Geräte inzwischen bis zu sieben Jahre mit OS- und Sicherheits-Updates. Ich empfinde die Zeitspanne vom Poco aber dennoch als sehr ordentlich und ausreichend.
Besondere Features
Als besonderes Ausstattungsmerkmal des Poco F7 Pro kann sicherlich der Infrarotblaster betrachtet werden, den noch immer einige Smartphones aus Fernost besitzen.
Der Sensor verwandelt das Handy zusammen mit der vorinstallierten App »Mi-Fernbedienung« in eine Fernsteuerung für Geräte wie Fernseher, DVD-Player, Kameras und Co.
Voraussetzung ist natürlich, dass die Endgeräte infrarotfähig sind und sich der Infrarot-Code in der App-internen Datenbank befindet.
Ich konnte beispielsweise meinen Denon-Verstärker auf Anhieb steuern, mein über 20 Jahre alter Sony-CD-Player wurde hingegen nicht gefunden.
Ob man das Feature nun braucht oder nicht – ich finde, es ist ein nettes Gimmick.
Solltet ihr euch das Poco F7 Pro kaufen?
Das Poco F7 Pro lohnt sich für euch, wenn…
- ihr ein leistungsstarkes Smartphone mit tollem Display zu einem fairen Preis sucht.
- ihr ein starkes Gesamtpaket mit ordentlichem Update-Support sucht und euch die Kamera nicht ganz so wichtig ist.
Mögliche Alternativen zum Poco F7 Pro
Xiaomi Poco F7 Ultra: Das Ultra-Modell bietet gegenüber dem Pro den leistungsstärkeren Snapdragon 8 Elite-Chipsatz, Wireless Charging, eSIM-Support sowie eine zusätzliche Telezoom-Optik mit 2,5-fachem optischen Zoom. Bei gleicher Größe ist jedoch die Akkukapazität etwas geringer, sie liegt bei 5.300 Milliamperestunden. Das F7 Ultra gibt es ab 750 Euro (UVP), zum Marktstart ist es jedoch bereits 50 Euro günstiger erhältlich.
OnePlus 13R: Das OnePlus-Smartphone setzt auf den gleichen Snapdragon-Chipsatz wie das F7 Pro und je nach Speichervariante mindestens zwölf Gigabyte Arbeitsspeicher. Das AMOLED-Display ist mit 6,78 Zoll noch etwas größer, zudem verfügt das Handy über einen Telezoom mit zweifach optischer Vergrößerung. Preislich liegt das OnePlus 13R bei rund 600 Euro.
Das Poco F7 Pro ist ein richtig starkes Gesamtpaket. Gegenüber aktuellen Flaggschiff-Modellen müsst ihr nur wenig Abstriche machen. Was fehlt, sind Telezoom, Wireless Charging und der eSIM-Support. Wer darauf verzichten kann, erhält ein Top-Handy zu einem wirklich guten Preis.
Da es zum Marktstart sogar noch Rabatt gibt, ist das F7 Pro ab knapp 500 Euro zu haben und in dem Preissegment quasi konkurrenzlos.



Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.